Schellfischtunnel
Nachrechnung der Statik
Hamburg-Altona

  • Auftraggeber:
    Freie und Hansestadt Hamburg, LSBG - Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer
  • Bestandsbauwerk

    • Bauwerkslänge: ca. 920 m
      Baujahre: 1873 – 1895
    • Bergmännischer Vortrieb / offene Bauweise
    • Baustoffe: Ziegelmauerwerk
      Überdeckung: 7 m bis 80 cm
  • Unsere Leistung:

    • Verformungsberechnungen
    • Untersuchung und Nachweis der Standsicherheit
    • Vorschlag zu Sicherungsmaßnahmen und Monitoringprogramm

Ein fast vergessenes Relikt.

Der Schellfischtunnel ist ein alter Eisenbahntunnel in Hamburg-Altona. Er verbindet den Bahnhof Altona mit dem Altonaer Fischereihafen. Bis 1992 fuhr hier die Hafenbahn. Dann wurde Bahnbetrieb eingestellt, der Tunnel mit Eisentoren verschlossen.

Der eingleisige Tunnel wurde in den Jahren 1873 bis 1895 in Ziegelmauer-Bauweise errichtet. Seine Herstellung erfolgte bereichsweise im bergmännischen Vortrieb sowie in offener Bauweise. Die Überdeckung des Tunnelbauwerkes beträgt zum Teil lediglich 80 cm. Der Schellfischtunnel verläuft unter mehreren vielbefahrenen Straßen des Stadtteils Hamburg-Altona. Zwei der drei Tunnelabschnitte weisen im Firstbereich Längs- und Querrisse im Mauerwerk auf.

Mit Hilfe des Programms BIN-GEO wurde die Standsicherheit der geschädigten Tunnelabschnitte überprüft. Hierbei wurden alle Bauphasen berücksichtigt. Die Berechnungsergebnisse decken sich gut mit den vor Ort tatsächlich vorgefundenen Rissbildern. Aufgrund unserer Berechnungen konnte eine Gefährdung der Standsicherheit sicher ausgeschlossen werden. Vorgeschlagen wurden einfache Sicherungsmaßnahmen im Tunnel und ein Monitoring-Programm zur Beobachtung der Risse im Firstbereich. Ein kostenintensiver Rückbau des Schellfischtunnels konnte so vermieden werden.

So darf der Schellfischtunnel unscheinbar aber sicher im Boden verbleiben, als ein fast vergessenes Relikt einer anderen Zeit.